Tag 1
Ich muss bekloppt sein. Ich faste von zwei Dingen. Erstens mal wieder Zigarretten. Und zweitens faste ich davon, mit meinem Ex-Freund Kontakt per Mail aufzunehmen.
Zigarretten begleiten mich schon 35 Jahre. Aufzuhören habe ich schon oft versucht. Der Weg über meinen Glauben ist nun meine letzte Lösung. Eine andere fällt mir gerade nicht ein.
Mein Ex-Freund hat mich 6 Jahre begleitet und trotz meines Schlussmachens und vieler negativer Erlebnisse kann ich nicht von ihm lassen. Es fällt mir extrem schwer zu glauben, dass sich aus Liebe so eine große Enttäuschung entwickeln kann. Ihm keine Zeilen mehr "hinterherzuwerfen" ist, als müsste ich wie ein Alkoholiker auf meine Flasche verzichten. Ich hatte ihn geliebt. Er zog sich zurück. Es kam zu unschönen Begegnungen. Ich fing an, ihm hinterherzulaufen. So lange, bis ich mich selbst nicht mehr leiden konnte.
So, jetzt muss Gott ran. Ich bin ja nicht umsonst katholisch. Jetzt müsste ich doch mal etwas 'rausbekommen für meine Treue. Oder ist das wieder ein Irrglaube. Geben ist seliger denn Nehmen. Und diese Rechnung mit Gott funktioniert vielleicht gar nicht. Ich bekomme nichts 'raus?
Auf jeden Fall glaube ich an die Fastenzeit. Auf Etwas verzichten, dass einem nicht gut tut, das einem schwer fällt, wegzulassen. Um sich selber besser kennenzulernen, um sich zu bereinigen? Ich bin gespannt, was passiert.
Noch bin ich ruhig. Ist aber erst 14:00 Uhr. Und geraucht habe ich bisher nur abends.