3. Tag
Tach Gott,
gestern habe ich drei Zigaretten geraucht, am Abend. Die dritte hätte ich mir sparen können. Die hat mal so gar nicht "geschmeckt". Dr. Mertens habe ich nicht angerufen. Vergessen. Mache ich Montag. Dann werde ich mich mal durchwurschteln durch den Dschungel der Möglichkeiten, von der Sucht loszukommen. Ich denke ja, dass der Staat uns da ganz schön alleine lässt. Nikotinsucht ist keine anerkannte Sucht. Deswegen gibt's auch wohl keine vom Staat unterstützte Hilfe. Geht ja auch nicht. Weil wir Raucher den Staat ja unterstützen müssen. Es wird viel Geld gebraucht. Und meinen Obulus (Obolus?) leiste ich durch die Tabaksteuer. Na danke. Akupunktur, Hypnose, Nikotinpflaster, -spray oder -kaugummi muss ich ja auch selber zahlen. Also ab Montag Recherche. Knallhart. Mal sehen, was meine Krankenkasse mir dazu sagt. Die sollten sich doch eher freuen, wenn ich Nichtraucherin werden möchte. Ersparen sie sich im schlimmsten Fall eine Menge Kohle für Apparatemedizin. Oder wollen die das gar nicht. Weil dann würden sie weniger gebraucht und müssten "human material" abbauen, wenn nicht so viele Leute krank wären?
Was meine Mail- und Sms- und Hinterherlaufabstinenz macht?
Nichts geschrieben, noch nicht einmal einen handgeschriebenen Brief. Keinen Anruf, um die Stimme zu hören, nichts geträumt. Nur morgens aufgewacht und als Erstes mal geweint. Kann das sein, dass es richtig ist, auch wenn es sich traurig anfühlt? Weißt du mehr als ich? Ist das gut für mich, Abstand zu gewinnen, Abschied zu nehmen von einem Menschen, den ich mal sehr liebte? Kann man jemanden lieben und trotzdem wissen, dass es im realen Leben nicht funktioniert? Wenn ich alles gebe, warum gibst du mir dann nichts zurück? Oder ist es das, was du mir zurückgibst? Die Chance, über mich nachzudenken. Mir Menschen zu suchen, die mir besser tun. Menschen zu finden, die genauso viel in eine Beziehung "investieren" wie ich?
Eine Freundin sagte einmal zu mir: "Beziehung muss Cha Cha Cha sein". Bei mir war es dann wohl eher der Sitztanz. Mit mir alleine.
Der Dalai Lama sagt (Zitat): "Manchmal ist Etwas zu verlieren das Beste, was einem passieren kann"