Samstag, 12. März 2016

Fastenzeit


31. Tag

2 Zigaretten und null Kontakversuche später

Lieber Gott,

hat dein Sohn nicht auch schon mal wo "rumgehangen" und gerufen: "Verlass mich nicht"?

Ich habe heute ein Gedicht gefunden:

Verlass mich nicht (nach Psalm 38)

"Sieh her, wie ich am Boden lieg,
zerschlagen, aller Kraft beraubt.
In meinem Innersten herrscht Krieg.
Das hätte ich im Leben nie geglaubt.
Sieh her, wie sehr ich leiden muss,
von Not und Schmerz werd ich geplagt.
Wann ist denn endlich damit Schluss.
So oft schon hab ich dir mein Leid geplagt ...

... Du siehst doch, wie es um mich steht.
Du weißt, wie meine Lage ist.
Ich schreie zu dir im Gebet,
weil du die letzte Rettung bist."

(Christoph Zehendner, geb. 1961, deutscher Theologe, Liedermacher)



Ich bedanke mich für Kühe, die Milch spenden. Ich bedanke mich für mein Fahrrad, denn ohne das müsste ich unentwegt zu Fuß gehen. Ich bedanke mich für das gute Wetter und die kalten Temperaturen. Ohne diese würde ich mich nicht auf den Frühling freuen. Sonne ist wichtig. Danke! Ich bedanke mich dafür, dass ich eine Tochter habe. Ohne sie wüsste ich nicht, was Liebe ist. Ich bedanke mich für den Single auf Facebook, der meine Füße so groß fand. Ohne ihn würde ich keine neuen Grenzen spüren. Ich bedanke mich für warmes Wasser. Mit kaltem Wasser waschen ist zu grausam. Ich danke Dir für meine Familie. Diese Menschen sind irgendwie immer da. Ohne sie wäre es hier ein einsamer Ort. Ich bedanke mich für Grünkohl mit Pinkel. Leckeres Winteressen durchwärmt mich und gibt mir Kraft. Ich danke dir für mein Talent zum Schreiben. Ohne diese Gabe könnte ich mich nicht ausdrücken und Dampf ablassen. Ich bedanke mich für den Mann, der mich gestern auf dem Bauernhof an der Milchtanke einfach mal so angelächelt hat. Und ich bedanke mich für den Obdachlosen, der immer samstags am Markt steht und um einen Euro bittet. Ich habe immer einen über. Wir alle haben immer einen Euro über. Er freut sich vielleicht, dass er nicht "vergessen" wird. Ich danke Dir für unseren Dom. Darin ist es immer wunderbar still. Es ist ein heilsamer Ort. Wie viele Kerzen habe ich dort schon angezündet. Ich bin dort immer meiner verstorbenen Omi ganz nah. Ich bedanke mich, dass ich "Danke" sagen kann. 


"Wenn du keinen Grund siehst, Danke zu sagen, liegt der Fehler bei dir."
 
(Tecumseh,  1768 - 1813, politischer und militärischer Führer der nordamerikanischen Indianer vom Stamm der Shawnee)