Weißt du, was ich dir wünsche? Dass du
genauso einmal in deinem Leben wie ich jemanden aus tiefstem Herzen liebst und du darin Glück und Erfüllung findest. Und dann soll es dir genommen werden. Du wirst deine
Ohnmacht spüren. Du wirst Zweifel bekommen, ob das, was du fühltest, überhaupt
Realität war, oder ob du schändlich hinter’s Licht geführt wurdest.
Du wirst Jahre brauchen, um wieder vertrauen zu können. Du wirst vor Wut
spucken, weil du es nicht aushältst, dass du so schmerzlich im Stich gelassen
wurdest. Du wirst an Loyalität und Integrität zweifeln. Du wirst dir an der
Hoffnung die Zähne ausbeißen, und deine Nächte werden nicht zum Wohl sein,
sondern zum Fürchten, weil du nicht schlafen kannst. Weil du nicht weißt, wie
du diesen Schmerz aushalten sollst. Du wirst begreifen, dass dir jemand alles
geschenkt hat, von dem du jemals träumtest und alles genommen hat. Ohne Worte, ohne
Erklärungen. Du wirst mit dem Gefühl des Zweifels an dir selber zurück
gelassen.
Du wirst dich im Dreck wiederfinden und
wirst dich fragen, ob sie es war, die dich wie Dreck ansieht oder ob du es
verdient hast, weil du dich wie Dreck behandeln lassen hast. Du wirst dich
erbärmlich fühlen, hilflos wie ein Baby, du wirst betteln und winseln, dass die
Liebe zu dir zurück kommt. Du wirst dich lächerlich machen vor ihr. Am Ende,
wenn du nach langem Schmerz und Schlägen ins Gesicht merkst, dass sie nicht wiederkommen wird, dass du sie gehen lassen musst, dass du nicht weißt, wer sie
wirklich war, und ob sie dich geliebt oder nur mit dir gespielt, dann wirst du
heulen. Du wirst jeden Morgen wach werden und als erstes weinen. Du wirst
spüren, dass du das nicht verdient hast. Du wirst all‘ deine Trauer spüren,
dass du Liebe verdient hast aber nicht bekommen. Und dann wirst du keine Kraft
mehr haben zu kämpfen. Du wirst aufgeben und Gott um Hilfe bitten. Du wirst ihn
bitten, dass du nicht am Leben verzweifelst. Dass er die Kraft dich
zurückzuführen zu dir selber. Du wirst ihn bitten, dir deinen Lebensmut
wiederzugeben. Du wirst ihn bitten, auf dich aufzupassen und dir die Kraft zu
geben, beim nächsten Mal auf einen anderen Menschen zu treffen. Du wirst beten,
dass du dich selber für wertvoll erachtest und nur noch auf Menschen triffst,
die dich ebenso sehen und dir mit Respekt, Achtung und Liebe begegnen. Weil du
es wert bist. Egal, was du erlebt hast, egal, wie du ruiniert wurdest, egal, wie
sehr du an dir gezweifelt hast. Und irgendwann wird es ruhig in dir. Ab und zu
wirst du noch Tränen vergießen, weil diese Stimme nie in dir verstummen wird,
die fragt: "Wie konnte das passieren?“. Irgendwann wirst du vergessen. Du
warst ihr König, und sie hat dich zum Krüppel gemacht. Irgendwann wird es
ein schäbiger Teil deiner Geschichte sein. Nicht mehr und nicht weniger.
Mit vielen meiner Leser habe ich die Geschichte meiner Trennung geteilt. Als ich mich fast darüber hinweggekommen fühlte, erreichte mich ein Brief. Von ihm. Altes, sinnloses, schleimiges Blabla. Ich habe 8 Tage nicht darauf reagiert und dann habe ich meine Wut losgelassen.
Die, die ich immer zurückhielt. Weil ich ja so unglaublich verständnisvoll war. Dachte ich. Ich war dumm, und blind. Mir selbst gegenüber. Der Preis waren 8 vergeudete Jahre, viele Tränen und noch einmal ein unglaublicher Schub Rückenschmerzen in der vergangenen Woche. Der Schmerz sitzt tief, die Wut hat sich in meinem Rücken verankert. Da gehört sie aber nicht hin. Sie gehört zurück an den Menschen, der mich wie kein anderer so kaltherzig und berechnend um meine Vertrauen betrogen hat.
Ich danke Gott trotzdem, dass er mich an Dinge herangeführt hat, die scheinbar für mich wichtig sind. Und ich danke Gott, dass er mich nicht so tief hat fallenlassen, dass ich aufgegeben habe. Es ist wichtig für mich, bei mir zu bleiben, zu mir zu stehen, mich zu lieben. An erster Stelle und kompromisslos. Für 2017 und alle folgenden Jahre meines Lebens wünsche ich mir, nie wieder so einen Menschen, wie den, von dem ich mich trennen musste, kennen zu lernen. Ich wünsche mir Liebe, Respekt, Ehrlichkeit, Achtsamkeit, Vertrauen und Zuverlässigkeit. Zu mir und von mir und von den Menschen, die ich in meine Nähe lasse. Ich bin das Geschenk. Wer das nicht sieht, hat meine Zeit nicht verdient.
Euch allen wünsche ich einen guten Rutsch und ein gesegnetes Neues Jahr 2017!