Ich gehe ...
... gegen meine Depressionen. Jeden Tag, eine Stunde irgendwo lang und wieder zurück.
Ich schreibe ...
... gegen meine Dämonen, die mir im Halbschlaf frühmorgens noch vor dem Aufwachen ins Herz flüstern: "Es ist besser, du machst Schluss".
Dann wache ich auf und habe Angst. Ich fühle mich nicht sicher. Ich fühle mich einsam.
Ein bisschen aus dem Hier und Heute?
Der Tag war gut. Ich habe im Monopoly verloren, obwohl ich eine Pizzabude, ein Kino, ein Museum und einen Eisladen hatte. Passt. Corona. Ich habe zwei Halbwüchsigen (was ein komisches Wort! Was ist denn, wenn eine Zehnjährige 1,90 m groß ist, oder ein Zwanzigjähriger nur 1,40 m? Sind die dann trotzdem in der gleichen Personengruppe?) versucht zu erklären, wie man aufräumt. Mindestens 10 Kindern wollte ich beibringen, wie man sich gegenseitig ausreden lässt, nicht gegenseitig beschimpft oder so laut schreit, dass niemand im Raum etwas hört oder sagen kann.
Unsere unfassbar netten Küchenfrauen haben mich zu Pfannekuchen mit Vanillesauce eingeladen. Jetzt nimmt der Tag die Wendung, die ich brauche.
Ich hatte eine nettes Gespräch mit Kollegin Kathi darüber, dass ich mir keine Sorgen machen soll. Worüber? Dass ich trotz Job verhungere. Sie hat gemeint, bei der Caritas sei immer Bedarf. Ich müsse schon ein Kind klauen, wenn ich im Sommer nicht übernommen werden möchte. Mehr Stunden gibt es dann vielleicht auch. Und Möglichkeiten, nebenbei eine Ausbildung, Fortbildung oder Ähnliches zu machen. Es tat gut, zu reden und mit meinen Sorgen nicht alleine zu bleiben. Ich habe einfach super nette Kollegen und Kolleginnen. Ich weiß, wovon ich rede, ich komme jobtechnisch aus dem sozialen Untergrund. In meiner alten Firma gab es null wertschätzende Kommunikation oder Achtsamkeit oder eine menschliche Fehlerkultur. Funktionieren, Klappe halten, aushalten, und DAAAAAAAA, schon wieder ein Fehler!!!!!!!!!! Trotz Ausbildung kein Tarifvertrag, Hungerlohn, damit Chef gut leben kann.
Hier kommt trotz der Lautstärke mein Herzchen zur Ruhe, meine Würde ist noch da. Auch. wenn sie sich aus Vorsicht verzogen hat (der menschliche Stress in der alten Firma war zu viel), sie traut sich wieder raus und was zu. Die Kinder sind laut, lebendig, unruhig, unerzogen, von der Mediennutzung ziemlich verkorkst, frech, lieb, mitteilsam, bedürftig, liebenswert, bezaubernd, überraschend lustig, interessant und auf jeden Fall eine gemeinsame Reise wert. Ich liebe mein Tun. Ach so ... was habe ich heute noch gemacht? Montagsmaler gespielt, getanzt, gehäkelt, gelacht, umarmt, zugehört. Hund über's Wochenende zu mir geholt.
Bis morgen!