Mittwoch, 17. Juni 2015

Unerhört (eigentlich müsste hier ein Ausrufezeichen hin) - 3. Tag

She said: "Hello, you fool, I love you ..."
Ich hatte gestern eine Besprechung mit IHM. So eine Besprechung ist eine ganz schön schmerzhafte Angelegenheit. Es ist nämlich so, dass ER ja nicht einfach so da ist oder ich seine Hilfe und Unterstützung spüre. Nee, nee ... erst wenn ich ganz am Boden liege und wirklich nicht mehr kann. Dann werde ich zu einem kleinen, hilflosen Etwas, das im Staub liegt und kapituliert. Kapituliert vor seinen eigenen kruden Gedanken, vor seinen Ängsten und vor dem letzten Aufbäumen des eigenen so mächtigen und doch so schwachen Willen.
Zu kompliziert? Okay, hier die einfache Version.
Ich hatte gestern AAAAAAAAAAANNNNNNNNNNNNNNNNNGGGGGGGSSSSSSTTTTTTT!
Irgendwann Nachmittags lag ich im Bett, zog mir die Decke über den Kopf und wollte ausruhen. Mein Kopf schien platzen zu wollen, solche Schmerzen hatte ich. Ich konnte aber nicht ausruhen. Ich hatte Angst und verlor mich immer mehr darin. Als ich wirklich dachte: "So, jetzt ist es soweit, du hast eine Angstpsychose" oder irgendwie so Etwas, stand ich wieder auf. Ich hockte mich in meine Küche und heulte, heulte, heulte.
Ich konnte nicht mehr. Ich bat Gott - ich bin eigentlich nicht sonderlich gläubig, aber eher spirituell, also ich glaube manchmal, dass es da ETWAS gib - mir zu helfen. Ich kam mit meinen irdischen Gedanken, Willensanstrengungen, Kontrollversuchen nicht weiter. Ich bat ihn wirklich aus tiefstem Herzen, mir zu helfen. So viel Trauer floss aus mir. Und dann kam da dieses Gefühl, dass ICH mich liebhaben muss, dann kann mir niemand wehtun. Kein Mensch und keine Situation, keine äußeren Umstände. Es wärmte meinen Bauch, dieser kleine Hauch von einem Gefühl, so klein und doch so neu! Und alles was damals war (in meiner horror-beängstigenden Kindheit) ist nicht wegzumachen. Meine Ängste als Kind werden nie weggehen, diese vielen schlimmen Gefühle und Situationen, die mich zu so einem ambivalenten, ängstlichen Menschen haben werden lassen, sind einfach da. Aber sie gehören  nicht ins Heute. Hier und Jetzt kann ich es mir schön machen, mich liebhaben, auf mich aufpassen, für mich sorgen, Dinge tun, die mir gut tun. Und ich bete zu Gott, dass ich das hinbekomme. Dass Er mir dabei hilft. 
Was will ich? Was tut mir gut? Was macht mich glücklich? Und verdammt nochmal, ich habe ein Recht darauf. Und alle, die meinen, Funktionieren sei wichiger denn Zufriedensein, mögen jetzt aus meinem Leben verschwinden.

Ich mache heute etwas Unerhörtes. Ich gönne mir etwas Schönes und koche ERDBEERMARMELDADE.  Kein Psychogedöns, davon hatte ich gestern genug. Hello hello, you fool I love you.