Mittwoch, 2. März 2016

Fastenzeit


21. Tag

7 Zigaretten und eine Mail später

Gott!

Aus. Ist es aus? Ist es das, was du für mich willst? Du lässt mich mit meiner Liebe vor die Wand fahren, damit ich dieses beschissene Loslassen lerne? Super! Danke. Das tut gut. Das ist genau das, was ich brauche. Ach ja, und ich stehe auf Schmerz und Tränen. Warum legst du mir auf, dass ich loslassen muss. Warum legst du ihm nicht auf, dass er über eine Änderung seines Verhaltens nachdenkt?

Ich habe heute keine Lust auf dich. Das ist für mich nicht Gott oder Glaube oder Hoffnung. Das ist mein kaltes, knallhartes Leben. Ein Leben, in dem du von anderen Menschen gnadenlos enttäuscht sein kannst. Am Ende bleibst du liegen, und es kümmert sich keiner einen Scheiß um dich! So sieht das aus. Also komm mir heute nicht mit umsäuselnden Worten, wie: "Lass los, lass alles los, dann geht es dir besser, dann kannst du neu beginnen". Ich wollte nichts Neues beginnen, ich wollte im Alten eine Chance.



Wie einsam
plötzlich
der Wind die
Bäume streift.

Still und fremd
ist mir jetzt
dieser Wald   

der einmal
flüsternde Worte
vernahm
und unsere Fußspuren
trug -

die nun verwehen

(Claudia Malzahn, geb. 1968, deutsche Dichertin und Lyrikerin)
  


P. S.: Wann verlieren Heiratsanträge eigentlich ihre Gültigkeit?