42. Tag
Heute stelle ich euch einen Gastbeitrag zum Thema Zweifel vor, zu lesen auf der Blog-Seite "Buddha-Teens"
Zweifel
Jeder von uns kennt die Momente, in
denen wir immer wieder an uns zweifeln. Bei dem einen ist es mehr, bei
dem anderen weniger. Dennoch bleibt der Zweifel bei vielen von uns ein
ständiger Begleiter. Sicherlich habt ihr bereits einige Situationen
erlebt, in denen ihr an euch selbst gezweifelt habt. Nehmen wir als
Beispiel ein zu haltendes Klassenreferat. Obwohl ich mich vorbereitet
habe und den Inhalt meines Themas kenne, ist meine Aufregung vor der
Klasse zu stehen so groß, dass ich plötzlich keinen Ton herausbekomme.
Warum ist das so? Und was sagt unser Buddha dazu?
Wenn wir zweifeln, dann haben wir
Bedenken, die uns nicht vorankommen lassen. Der Zweifel hindert uns
sozusagen daran etwas zu tun, wozu wir doch eigentlich in der Lage
wären, es aber nicht können, weil wir ausgerechnet dem Zweifel die
falsche Aufmerksamkeit schenken. Der Zweifel ist demnach ein Hindernis,
der eine wichtige Sache zur Nebensache erklärt. So wird bei dem
Klassenreferat zu unserem Leid das eigentliche Thema beiseite-geschoben,
um dem Selbstzweifel freie Bahn zu gewähren.
Dennoch unterscheidet Buddha zwischen
zwei verschiedenen Arten des Zweifels. Denn Zweifel muss nicht immer
schlecht sein. Zum Einen gibt es den lähmenden Zweifel, wie im Beispiel
des Klassenreferats. Dieser Zweifel hemmt uns in unserem Fortschreiten
und wirft immer wieder neue Bedenken auf, mit denen wir uns
beschäftigen. Folglich werden wir unsicher und können uns nicht mehr auf
das Wesentliche konzentrieren.
Daneben gibt es aber auch noch den
Zweifel als eine Art kritische Haltung. Wäre es nicht schlimm alles zu
glauben, was man uns sagt? Buddha appelliert dazu alles zu überprüfen
und zu hinterfragen. Denn nur durch eine kritische Haltung ist es
möglich z.B. festgefahrene Ansichten und Lebensgewohnheiten zu
verändern. So sucht die kritische Haltung nach der besten Lösung für
ein Problem, wohingegen der Zweifel das Finden einer Antwort verhindert.
Was können wir nun tun, um vor der
Klasse zu bestehen? Zunächst einmal müssen wir erkennen was uns genau
hemmt, denn wenn wir den Ursprung unseres Leidens kennen, können wir die
Grenzen besser überschreiten. Das gilt nicht nur für unser
Klassenreferat, sondern für alle anderen Probleme unseres täglichen
Lebens. Buddha verglich solche Hindernisse mit Fesseln, die es zu lösen
gilt. Lassen wir uns von unseren Zweifeln einnehmen, ziehen wir diese
Fesseln immer fester zu. Arbeiten wir aber stetig an uns, lösen sie sich
irgendwann und ermöglichen uns einen immer größeren Spielraum. Wenn ihr
euch also den Ursprung eures Leids immer bewusst macht, seid ihr euer
eigener Houdini, also ein Entfesselungskünstler!
Geschrieben von Lina S.
Bild: Schaad