22. Tag
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So, liebe Gott,
da liegt mein Schwert. Gestern lag ich. Am Boden. Zwei Tage lang bin ich wie durch ein Ende der Höllenzeit gegangen. Bis mir aufgefallen ist, dass es gar nicht mehr um "ihn" geht. Es geht um mich. Um meinen Frieden Und zack! Wieder stand da diese Frage im Raum. Das ist die spontanste (und nervigste) Gesellin, die ich kenne. Taucht einfach immer so auf. Aus dem Nichts. Drängt immer auf die Beantwortung ihrer Befindlichkeiten! Ihre Ansage an mich gestern war knackig: "Es gibt Plan A und Plan B. Plan A ist, du kämpfst und leidest weiter. Das heißt aber, dein Alltag ist futsch, Neuaufbau abgesagt, Hobbys, Freunde, Zukunft ... pöff! weg. Plan B lautet, du legst das Schwert nieder, gibst den Kampf auf und rettest deinen eigenen Hintern. Mehr Pläne gibt es nicht."
Die Antwort auf ihre Befindlichkeit ist: Ich will nicht mehr. Das Gefühl meiner Scham und meines Stolzverlustets erhöht sich äquivalent zur Anzahl der gesendeten Zeilen an "ihn". Kling alles ziemlich lustig. Ist es aber in Wahrheit gar nicht. Nur ... ich will wirklich nicht mehr. Ja, ich weine, weil ich fassungslos bin und geliebt und gehofft hatte. Ich kann ihn nicht dazu bewegen, auf mich zuzukommen. Es ist fast so, als wäre ich die Schuldige. Dieses eisige Schweigen trägt die Schuld bei sich und will sie bei mir abliefern. Ich will aber die Tür gar nicht öffnen, für diese in meine Seele schneidende Kälte.
Es gibt nicht wirklich gute Worte, um das auszudrücken, was ich nun nach fast sieben Jahren Beziehung empfinde. Ich wurde auf die härteste Probe gestellt, die ich mir beziehungstechnisch vorstellen konnte. Bis wohin gebe ich, bis wohin hoffe ich, bis wohin verzeihe ich, bis wohin glaube ich an das Gute, die Liebe im Anderen? Ab wann erkenne ich die Abgründe im Anderen, wieviel kann ich davon aushalten, tolerieren, ab wann gehe ich? Ich war einmal so stolz, dass "er" mich liebte. Jetzt erkenne ich diesen Menschen nicht wieder. Und mich auch kaum. Alle meine Teilchen liegen wie eine kaputte, zersplitterte Tasse am Boden und wollen aufgesammelt, wieder zusammengeklebt werden. Das wird mühsam und sicherlich nicht mal so eben ein netter Sonntagsspaziergang. Aber so soll es sein. Dann bin ich halt wie dieses Tässchen, mit tausenderlei Sprüngen und kleinen Ritzchen. Das nächste Mal weiß ich wenigstens, wie zart und behutsam ich mit mir umgehen muss, damit ich nicht zerspringe. Ich werde spüren, wann es mir zu heiß wird. Feines Porzellan, zarte Seele. Mit viel Liebe und Geduld werde ich dieses Tässchen reparieren und dann, eines Tages, den wunderbarsten Tee daraus genießen!
Ich brauche jetzt dringend etwas, das Leib und Seele beisammen hält. Und was könnte da besser sein als der bayerische Fastenknödel?
Hier sind die Zutaten:
6 Semmeln
1 kleine Zwiebel
2 EL Mehl
2 EL Öl
1 Prise Salz
fisch gehackter Schnittlauch
geschmolzene Butter
geriebenen Parmesan
Als Nachspeise empfehle ich ein großes, GROSSES Spaghetti-Eis mit Früchten und Sahne. Gerne dazu ein Glas Sekt. Ohne Fleisch. Guat'n!
P. S.: Ich nehme übrigens Plan B
6 Semmeln
1 kleine Zwiebel
2 EL Mehl
2 EL Öl
1 Prise Salz
fisch gehackter Schnittlauch
geschmolzene Butter
geriebenen Parmesan
Als Nachspeise empfehle ich ein großes, GROSSES Spaghetti-Eis mit Früchten und Sahne. Gerne dazu ein Glas Sekt. Ohne Fleisch. Guat'n!
P. S.: Ich nehme übrigens Plan B