Freitag, 4. März 2016

Fastenzeit


23. Tag

4 Fluppen, 0 Mails (!)

Gott,

jetzt weiß ich, was mich stört. An dir. An unserer "Verbindung". Ich liebe Menschen, die mir nicht gut tun. Dieses Muster hast Du mir mitgegeben, damit ich die schwierige Zeit meiner Kindheit überstehen konnte. Und jetzt stehe ich hier alleine und weiß nicht, wie ich das wieder loswerden kann. 

Das ist alles ein bisschen schwierig. Ich möchte hier niemanden "in den Klump hauen", schon gar nicht meine Eltern. Aber ununmstritten ist die Tatsache, dass ich als Kind keine Liebe von ihnen bekommen habe. Unumstritten ist auch, dass ich sie geliebt habe. 

Heute fühlt es sich so an, als hätte ich eine große, nicht zu stillende Sehnsucht nach Liebe. Und wenn da einer kommt, der mir ein bisschen was verspricht, gehe ich mit. Ich bin wie ein Kind, das mitgeht, das an einem besseren Ort sein möchte. Ich bin so treu. Ich bin so treu und vertrauensselig, dass ich mich selber vergesse. 

Damit stehe ich nun hier und rede mit Dir, verlange Antworten und fordere Dich heraus. Aber ich höre nichts. Ich bekomme nichts zurück. Schon wieder nicht. Du bist wie der Gott meiner Kindheit - nicht anwesend, groß, kalt, strafend, angsteinflößend. Ich bin auch wie in meiner Kindheit - mit meiner Sehnsucht und meiner Ohnmacht alleine.

Selbst Mutter Theresa hat an Gott gezweifelt. Das geht aus ihren Briefen (aus ihrem Nachlass) hervor: "Er will mich nicht. Es gibt ihn gar nicht". So ihre Worte. Gibt es tatsächlich eine Gottesleere? Sind die Zweifel sogar von Dir gewollt, um meinen Glauben zu festigen? Das wäre aber sehr hartes Brot. Und Du? Du ziehst dich auf die Rolle des Beobachters zurück? So nach dem Motto: "Ich bin da. Fertig". Was nützt mir das? Was nützt es mir zu wissen, Du bist da, wenn Du nicht redest, ich Deine Botschaft nicht verstehe? 

Hilf mir, hilf mir verdammt noch mal zu hören! Wie kriege ich ein neues offenes Ohr, um Dinge zu hören, die ich vielleicht noch nie gehört habe?


Während der Fischfang-Saison ist es den Männern im US-Bundesstaat New Jersey untersagt zu stricken. 

Wie kriege ich jetzt die Brücke zum Fasten? Hm, mal sehen ... also, wenn diese Männer Christen oder Kopten sind, dann essen sie 40 Tage vor Ostern keinen Fisch, ergo dürfen Sie stricken. Das heißt, die Männer in New Jersey können die Fastenzeit dazu nutzen, etwas Hübsches für ihre Angebetete zu stricken. Vielleicht ein paar Eierwärmer.