Donnerstag, 11. April 2019


Ich hasse es, ich hasse es, ich hasse es

... das morgendliche Aufstehen, wenn ich schlecht geschlafen habe und Angst habe, den Tag zu bestehen. Ich war mir auch nicht sicher, ob ich heute Morgen bloggen würde. Aber ich habe es mir versprochen. Jeden Morgen vor oder um 9 Uhr sitze ich am Laptop. Ich will nicht mehr depressiv im Bett liegen bleiben bis der Tag vorbei ist.

Ich habe schon wieder an der Flasche genippt, habe H. drei Mails geschrieben. Ich habe so unglaubliche Sehnsucht, es tut so weh, dass er nicht mehr hier ist. Die letzte Mail war's. Die hat seinen Nerv getroffen. Er hat angerufen. Seine Nummer war im Display. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich rufe aber nicht zurück. Meine Störung ist, dass ich oft innerlich hin- und herschwanke und mich nicht entscheiden kann. Wenn ich erwachsen bin, schicke ich mein inneres Kind weg, wenn ich kindlich bin, hat erwachsene Beziehung keine Chance. Ich kann aber jetzt nicht ausführlich darüber schreiben, ich muss gleich los. Heute habe ich meinen Probearbeitstag. Kurz nach dem Aufstehen oder schon beim Aufstehen überfällt mich Angst: "Ich will da nicht hin, ich habe die ganze Nacht  nicht geschlafen, ich rufe da jetzt an, sage ab, lüge die einfach an, scheiße, was mache ich denn jetzt".

Dann habe ich mich meiner Freundin gewhatsappt (komisches Wort). Sie meinte, ich habe ganz schlimm Depressionen und solle meine Tablettendosis erhöhen. Und plötzlich bin ich wach. Ich habe nicht ganz schlimm Depressionen. Ich bin traurig. Ich bin traurig, traurig, traurig. Und gestenr war ein bewegender Tag. Und seine Nummer war im Display. Nach drei Jahren! Das hat mich mitgenommen. So, und jetzt frühstücke ich, gehe duschen und fahre zur Arbeit. Wie ich den Tag meistere, das weiß ich jetzt noch nicht, vielleicht wird er ja auch ganz schön.