Donnerstag, 5. März 2020


Küchengespräch (Marie, 12 und ich, 52)

Marie: "Wenn Max dann abends vor Wut auf den Tisch haut, kann ich nicht schlafen, das nervt."
Ich: "Spielt er denn viel am Computer?"
Marie: "Ja, Jungs halt."
Ich: "Spielen Jungs mehr als Mädchen, also spielst du auch?"
Marie: "Ja klar. Wir Mädchen spielen Minecraft."
Ich: "Was ist das denn? Ein Ballerspiel?"
Marie: "Ja, aber so'n leichtes. Da muss man den Ender besiegen, sonst kommt man in die Hölle."
Ich: "Der Ender?"
Marie: "Na, der am Ende kommt. Den musst du besiegen. Aber es gibt auch Pics, die sind gefährlich. Das sind Lava-Pics. Aber noch gefährlicher ist der Lava-Schleim."
Ich: "Häh? Lava-Schleim. Ist das so was wie heißer Schleim?"
Marie: "Ja, aber da gibt's auch einen Ozelot. Auf den musst du aufpassen. Du musst halt aufpassen. Es gibt drei verschiedene Ender."
Ich: "Drei verschiedene was? Muss ich dreimal dem Tod oder wem auch immer begegnen? Oder wer ist der Ender?"
Marie: "Na ja, es gibt auch Hühner."
Ich: "Hühner. Sind das die Guten, oder sind die jetzt auch böse. Boah, das klingt anstrengend."
Marie: "Hühner. Kennst du keine Hühner?" 

Ich springe auf, renne in den Flur und tue so, als ob ich mit meiner Schwester telefoniere: "Gabi, rette mich, ich habe keine Ahnung, wovon Marie spricht. Kennst du Minecraft?" Ich flüstere im Flur in ein imaginäres Telefon, während Marie sich in der Küche kaputtlacht.

Marie: "Du hast ja echt keine Ahnung."
Ich: "Nö, ich kenne nur Päg päg päg".
Marie: "Pacman, der kommt immer mit dem offenen Maul. Wie langweilig."

Ich bin raus