Ich gehe ...
... gegen meine Depressionen. Jeden Tag. Eine Stunde irgendwo hin und zurück. Na ja, irgendwo stimmt nicht so ganz. Meistens gehe ich irgendwohin wo "Natur" ist. Wiese, Wasser, Wald.
Ich schreibe ...
... gegen meine Dämonen. Oder besser gesagt mit ihnen. Arschlöcher. Dumm nur, dass diese Arschlöcher irgendwie zu mir gehören. Sie sind so lästig, und sie lassen sich auf keinen Fall abschütteln. Allenfalls besänftigen.
Heute nur ein kurzer Text. Ich habe mir meinen Hund geholt und bin mit diesem super Wuffi über matschige Wege und nasse Wiesen gelaufen. Mit viel Wind, schönster Sonne ever und vielen wunderschönen Eindrücken von Licht im Wald.
Während des Laufens hämmert der Dämon "ich bin nichts, wer bin ich denn?" auf mich ein. Bis ich den Gedanken hatte "Ich lasse alles los. Alles, was ich sagen kann, ist, dass ich nichts greifen kann". Dann ist das jetzt eben die sogenannte Radikale Akzeptanz. Ich akzeptiere, dass ich jetzt nichts weiß. Ich kann nichts greifen, festhalten, zu Ende denken. Zu einem für mich guten Ende denken. Ich fühle mich wie eine offene ( ) Klammer.
Was ich weiß, ist, dass ich eine Freundin habe. Die mich trotz ihrer eigenen Ängste so genommen hat, wie ich bin. Ich bin die Woche über ein bisschen weggelaufen, weil ich nicht weiß, ob ich bleiben oder weglaufen möchte. Weit weg, nach Berlin. Damit ich meiner Mutter nicht beim Altwerden zusehen muss. Das Schönste heute war, dass Elli mich nicht weggeschickt hat. Dass ich mich bei ihr zeigen durfte mit meiner verfickten inneren Zerrissenheit, den vielen Fragen, den fehlenden Antworten. Ich bin nicht mehr die Alte, zu viel von ihr ist weggebrochen in den letzten Monaten. Ich bin aber auch noch keine Neue. Ich hatte nie in meinem Leben die Chance, zu erfahren, wer ich ohne meine Abhängigkeiten bin. Jetzt bin ich müde, glücklich satt von dem tollen Essen, zu dem ich spontan eingeladen wurde und glücklich über meine Freundin Elli und ihren Freund Bert. Zwei Menschen, die mir nicht wehtun, und genau das macht mich unsicher.
Bis morgen!