Mittwoch, 27. Januar 2021

Ich gehe ...

... gegen meine Depressionen. Jeden Tag. Irgendwo lang und wieder zurück. Auch bei scheiß Wetter, wie heute.

Ich schreibe ...

... und hoffe, dass ich niemanden nerve. Aber ihr müsst es ja nicht lesen.


Vielleicht hat es wirklich was mit dem Hier und Jetzt zu tun. Nach so vielen Jahren Therapie, Selbsthilfegruppe und Traumaklinik-Aufenthalten immer noch Schmerzen in mir. Wunden, tiefe Löcher und Dämonen. Wenn ich mich auf das Heute konzentriere und auf die Menschen in meinem Heute, dann geht es mir besser. Heute ist 2021. Keine Mama, die trinkt. Kein Papa, der schreit und schlägt. 2021. Es regnet, es ist kalt, ich gehe. Ich gehe durch den Wald und atme tief ein. Gandhi trippelt neben mir her. Er scheint irgendwie beleidigt zu sein, dass ich ihn bei dem scheiß Wetter abgeholt habe, um spazierenzugehen. Das ist Heute. Immerhin bin ich gelaufen.

Gestern gab es noch zwei wundervolle Nachschläge "Liebe und Glück". Nachdem ich auf dem Friedhof fertig gemitleidet hatte, bin ich zum Aasee zurück. Der liegt auf der Rückrunde. Auf den kalten Steinen am Ostufer auf glitzerndes, kaltes Wasser geschaut. Kalte, leuchtende Sonne auf den Wangen. Herrlich! Und Geigenmusik im Hintergrund. Wunderschönste Geigenmusik. Einfach weil ein netter Mensch an diesem eiskalten, sonnigen Tag überlegt hat, sich und uns etwas zu spielen da draußen. Das war so schön!

Der zweite Nachschlag war Elli. Sie kam irgendwann vorbei. Wie lange hat mich keine Freundin einfach mal so besucht? Ohne großes Terminthema und Vorankündigung und Themen-Einreichung und Absprechorgie. Einfach so. Das war schön. Hier zu sitzen, Tee zu trinken, Kuchen zu futtern, reden, zuhören, Freundin sein. Das tat gut.

Hier und Jetzt heißt, ich mache mir keine Gedanken sondern die Glotze an. Heute Abend werde ich glotzen bis der Arzt kommt. Gesten hatte ich viel Tiefgang. Heute habe Hier und Jetzt. Keine Gefahr, nichts Bedrohliches da, nur ich und das Hier.

Bis morgen!